OpenOffice und LibreOffice im Vergleich 2017

Vor einigen Jahren habe ich in diesem Blog die damaligen Unterschiede zwischen den freien Office-Suiten OpenOffice und LibreOffice erläutert. Grundsätzlich sind sowohl OpenOffice als auch dessen „Nachfolger“ LibreOffice kostenlos und brauchen sich vor kostenpflichtigen Produkten wie Microsoft Office nicht zu verstecken.

Mittlerweile ist viel Zeit vergangen und es hat sich in diesem Bereich einiges getan, weshalb ich zu dieser Thematik nun einen aktualisierten Beitrag veröffentliche.

     

Denn viele Anwender, welche kein Geld für kommerzielle Software ausgeben möchten, fragen sich heute immer noch, welches der beiden Produkte wohl am Besten als Ersatz für MS Office geeignet ist: OpenOffice oder doch LibreOffice? Früher spielte es keine so grosse Rolle, für welches der beiden Office-Programme man sich entschied, denn beide basieren ursprünglich auf dem OpenOffice.org-Quelltext.

Nachdem LibreOffice im Herbst 2010 aus dem OpenOffice.org-Projekt hervorgegangen ist und das meiste Entwickler-Personal von OpenOffice in Richtung LibreOffice abwanderte, hatte sich bereits abgezeichnet, dass LibreOffice in Sachen Entwicklung bald im Vorteil sein dürfte.

Da sich zwischenzeitlich auch der IT-Konzern IBM aus der OpenOffice-Entwicklung zurückgezogen hat, lassen sich die verbliebenen OpenOffice-Entwickler nun beinahe an einer Hand abzählen, während bei LibreOffice mittlerweile mehrere hundert Freiwillige mitwirken. Diese Tatsache macht sich auch an der Anzahl der Veröffentlichungen neuer Versionen bemerkbar zumal das LibreOffice-Team zusätzlich auf die Unterstützung namhafter Unternehmen wie Canonical, Google und Red Hat zählen darf.

Dagegen kann das OpenOffice-Projekt trotz den Bemühungen der Apache Software Foundation – welche die Büro-Software von „OpenOffice.org“ in „Apache OpenOffice“ (kurz: „AOO“) umbenannte – seit mehreren Jahren keine grösseren Veränderungen mehr vorweisen. Stattdessen ist es für die Apache-Stiftung aufgrund des Personalmangels vermutlich kein leichtes Unterfangen, aufgetauchte Fehler und Sicherheitslücken in OpenOffice innert angemessener Frist zu beheben.

Diese Timeline veranschaulicht die Veröffentlichungen von OpenOffice.org (dunkelblau), Apache OpenOffice (hellblau) sowie LibreOffice (grün). Bildquelle: Wikipedia

Gerade mal ein „Revisions-Update“ pro Jahr veröffentlichte Apache für OpenOffice 4.1 in den Jahren 2015, 2016 und 2017. Zeitgleich musste man sich bei The Document Foundation (die Stiftung hinter LibreOffice) über die Kapazitäten in der Weiterentwicklung von LibreOffice keine Sorgen machen und veröffentlichte mit Version 5.0 eine neue Hauptversion und mehrere Nebenversionen. Wobei hier erwähnt werden muss, dass der Fortschritt und die Qualität eines Projekts nicht unbedingt an der Anzahl der Veröffentlichungen gemessen werden kann.

Erstaunlicherweise kann Apache OpenOffice trotz den schwierigen Umständen – vermutlich aufgrund des bekannten Namens „OpenOffice“ und der Domain www.openoffice.org – nach wie vor beachtliche Download-Zahlen vorweisen. Immerhin mehrere hunderttausend Mal pro Woche wird AOO weltweit heruntergeladen.

Bei den meisten Apache OpenOffice-Downloads dürfte es sich allerdings um Leute handeln, welche nur wenig oder gar nichts über den Quasi-Nachfolger LibreOffice wissen und Apache OpenOffice nur deshalb herunterladen, weil sie nichts anderes kennen. Viele davon dürften ausserdem Windows-Benutzer sein, da OpenOffice in den meisten Linux-Distributionen als Büro-Suite schon längst von LibreOffice abgelöst wurde und im Linux-Umfeld – so hart es klingen mag – praktisch keine Rolle mehr spielt.

Unmittelbar nachdem OpenOffice.org im Jahr 2011 von der Firma Oracle an die Apache Software Foundation übergeben wurde, wäre eine Wiedervereinigung der beiden Projekte OpenOffice.org und LibreOffice sinnvoll gewesen. Doch dies scheint mittlerweile sehr unwahrscheinlich. Ein weiterer erschwerender Umstand dürfte sein, dass die beiden Projekte nun unter verschiedenen Open-Source-Lizenzen stehen, was unter anderem die Übernahme von Programmcode von LibreOffice nach Apache OpenOffice verunmöglicht.

Auch wenn die Apache-Stiftung in der Vergangenheit schon öffentlich über die Einstellung von Apache OpenOffice nachdachte und viele IT-News-Seiten das Projekt bereits für tot erklärten, gilt es zu bedenken, dass der Name OpenOffice in der IT-Welt auf eine bemerkenswerte Geschichte zurückblicken kann und es meiner Meinung nach eine Schande wäre, wenn ein grosser Name wie dieser von der Bildfläche verschwinden würde.

Obwohl ich seit dem Jahr 2010 ununterbrochen LibreOffice verwende und mit diesem Produkt sehr zufrieden bin, bedaure ich die oben geschilderte Situation, in welcher sich das Apache OpenOffice-Projekt im Moment befindet. Wie es mit Apache OpenOffice weiter geht, ist ungewiss. LibreOffice hingegen scheint sich als OpenOffice.org-Nachfolger etabliert zu haben.

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Der Friedhof in Schötz – nicht immer ein Ort der Würde

„Schötz …zum Bleiben schön“, mit diesen Worten schmückt sich die kleine Luzerner Gemeinde eingangs des Ortes an einem an der Hauptstrasse angebrachten Schild.

Ob dieser „Slogan“ auch wirklich zutrifft, darüber können die Meinungen auseinander gehen.

Vor einiger Zeit ist mein Vater verstorben. Zuletzt hat er nicht mehr in Schötz gewohnt, jedoch war er ein gebürtiger Schötzer.

Darüber hinaus hat er den grössten Teil seines Lebens in Schötz verbracht, hatte dort Verwandte und Bekannte.

Nach seinem Tod war es deshalb mein Wunsch, meinen Vater in dieser Gemeinde bestatten zu lassen, weil diese Ortschaft ihm zu Lebzeiten vertraut war. Seitdem besuche ich des Öfteren sein Grab, um ihm zu gedenken.

Der Friedhof – ein Ort der Ruhe und der Würde; könnte man meinen. Aber so ist es leider nicht immer.

Das ist der Grund, weshalb ich diesen Beitrag schreibe. Ich möchte euch über die gelegentlichen Missstände neben und auf dem Friedhof Schötz berichten, die man nicht der Bequemlichkeit wegen in die Kategorie „bedauerliche Einzelfälle“ einreihen sollte.

Es ist Freitagabend; Wochenende. Einfältige Jugendliche befahren mit präparierten Mofas den Gehweg neben dem Friedhof. Das Fahrverbotsschild scheint seinen Zweck nur dekorativ zu erfüllen.

Lautstarke Hip-Hop-Musik ertönt gleich neben der Abdankungshalle, wo zeitgleich Angehörige der zuletzt Verstorbenen Abschied von ihren Lieben nehmen möchten.

Die Umgebung des Schötzer Friedhofs wird einmal mehr unfreiwillig zum „Party-Gelände“ für Verhaltensauffällige. Gelächter, Geschrei und der Lärm von Mofa-Motoren stören die sonst so friedliche Atmosphäre der letzten Ruhestätte.

Viele Friedhofbesucher mögen darüber empört sein, doch nur wenige getrauen sich etwas zu sagen, denn in Anwesenheit einer ausgelassenen Clique mangelt es so manchem Störenfried an Einsicht und gesundem Menschenverstand. Des Weiteren ergibt eine Diskussion auf sachlicher Ebene mit einer renitenten Gruppe angehender Chaoten langfristig keinen Sinn.

Dagegen Beschwerde einzureichen ist meines Erachtens genauso sinnlos, weil diese Missordnung den Zuständigen der Friedhofverwaltung sicherlich bereits bekannt sein dürfte, aber anscheinend geduldet oder zumindest billigend in Kauf genommen wird.

Im Artikel 16 des Friedhofreglements ist jedoch festgehalten, dass „die Friedhofanlagen (…) ein pietätvolles Betreten verdienen. Ausserdem dürfen Kinder die Abdankungshalle und den Friedhof ohne speziellen Auftrag nicht betreten oder dann nur in Begleitung von Erwachsenen. Das Befahren des Friedhofes mit Velos und Motorfahrzeugen ist untersagt.

Die meisten Jugendlichen kennen Regeln und halten sich auch daran. Es bleibt zu hoffen, dass die geistig erschöpfte Minderheit unter ihnen sich ihres Fehlverhaltens bewusst wird, sobald die eigenen Angehörigen verstorben und eingeäschert sind.

Da drängt sich die Frage auf, inwiefern dieses ethische Versagen auf die pädagogischen Kompetenzen derer „Eltern“ zurückzuführen ist?

Ich persönlich finde es beschämend, dass immer mehr beidseitig berufstätige Eltern sich schon frühzeitig ihrer Verantwortung gegenüber ihren Sprösslingen entziehen.

So ist es heutzutage leider üblich, die Obhut von Kleinkindern institutionell „auszulagern“, wo es dann offensichtlich nicht immer gelingt, dem Nachwuchs von Anfang an Werte wie Anstand und Moral beizubringen.

Zudem ist es meines Erachtens bedenklich, dass etliche Erziehungsverantwortliche, welche vor lauter Karrieregeilheit der Kinderbetreuung keine Priorität mehr zuordnen, dafür in der Schweiz – in Form von steuerlichen Abzügen – auch noch begünstigt werden.

Es überrascht nicht, dass die Gesellschaft früher oder später die Folgen dieser Eigennützigkeit zu spüren bekommt. Kein Wunder, wenn beide Elternteile ihren gehobenen „Lebensstandard“ gegenüber einer moralischen Disziplinierung ihrer Kinder vorziehen.

So müssen am Beispiel der Kirchgemeinde Schötz wohl auch diejenigen – welche zuhause noch eine Erziehung geniessen durften/dürfen – damit leben, dass es Orte gibt, die für respektlose Ruhestörer zum Bleiben schön sind.

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Formel 1-Rennkalender 2017

Die Formel 1 ist auch im Jahr 2017 weit mehr als nur ein aus 20 Autos bestehender Zirkus, der an Wochenenden gelegentlich im Kreis herumfährt. Seit Jahren verfolge ich die manchmal mehr und manchmal weniger spannenden Rennen der Königsklasse des Motorsports.

Foto des Sauber F1 C36-Rennwagens von 2017 - Bild/Lizenz: Renzopaso (Artes Max, flickr); BY-SA 2.0

Das Schweizer Sauber F1 Team startet dieses Jahr in seine 25. Formel 1-Saison. Bild/Lizenz: Artes Max (User Renzopaso auf flickr.com); CC BY-SA 2.0

Die neue Saison steht in den Startlöchern und für all diejenigen unter euch, welche sich die Daten der jeweiligen Qualifyings/Rennen schlecht einprägen können, habe ich einen simplen Rennkalender erstellt, welchen ihr euch ausdrucken und an einem Ort eurer Wahl aufhängen könnt.

Den Formel 1-Kalender 2017 in einer druckfreundlichen PDF-Version könnt ihr hier herunterladen:

PDF Download IconFormel 1-Rennkalender 2017

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