VLC Media Player bleibt bei MP4-Datei im Standbild stehen

Nachdem ich neulich im VLC Media Player unter Ubuntu Linux 16.04 LTS eine MP4-Datei (H264) mit einer Infrarot-Nachtsicht-Aufnahme abspielen wollte, fror das Bild des Videos bereits beim Klick auf den Wiedergabe-Button ein. Andere, am Tageslicht aufgenommene MP4-Videos konnte der VLC Media Player jedoch problemlos wiedergeben.

Also dachte ich zuerst, dass es sich hierbei um eine beschädigte Datei handeln muss. Doch hatten andere Multimedia-Player wie beispielsweise Totem oder Gnome MPlayer mit dieser „beschädigten“ MP4-Datei kein Problem und spielten das Video einwandfrei ab.

Da der VLC Media Player bekanntlich in der Lage ist, praktisch alle Audio- und Video-Codecs abzuspielen, wunderte ich mich über das Hängen dieses Videos. Denn an einem noch nicht installierten, fehlenden Codec konnte es meines Erachtens nicht liegen.

Die Datei muss also doch beschädigt sein – dachte ich zu diesem Zeitpunkt.

Doch als ich die Konfiguration des VLC Media Players ein wenig genauer betrachtet habe, ist mir die Einstellung „Datei-Cachewert (ms)“ aufgefallen. Dieser Punkt ist in den Einstellungen des VLC Media Players meiner Meinung nach nicht so leicht zu finden.

Man öffnet dazu den VLC Media Player und klickt in der Menüleiste auf „Werkzeuge“ und dann auf „Einstellungen“.

Screenshot VLC Media Player (1)

Darauf erscheint das Fenster „Einfache Einstellungen“.

VLC Media Player Screenshot (2)

Nun wollen wir alle Einstellungsmöglichkeiten des VLC Media Players anzeigen lassen. Dazu klickt man unten links bei „Einstellungen zeigen“ zuerst auf „Alle“. Nun haben wir das Fenster „Erweiterte Einstellungen“ vor uns auf dem Bildschirm.

Screenshot VLC Media Player (3)

Jetzt klicken wir auf den Menüpunkt „Input/Codecs“ (Hinweis: In manchen Versionen des VLC Media Players heisst dieser Menüpunkt eingedeutscht auch „Eingang/Codecs“).

Nun scrollen wir auf der rechten Seite dieses Fensters ziemlich weit nach unten bis wir den Punkt „Datei-Cachewert (ms) sehen. In der Standardeinstellung des VLC Media Players ist der Datei-Cachewert auf 300 ms gesetzt.

Nachdem ich diesen Wert experimentell auf 600 ms angepasst hatte, lief auch das Infrarot-MP4-Video tadellos. Selbstverständlich kann man dort auch einen anderen Wert als 600 eintragen. Anschliessend nicht vergessen, rechts unten auf den „Speichern“-Button zu klicken.

Bei mir hat es geholfen; das besagte Nachtsicht-Video bleibt jetzt nicht mehr hängen.

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HowTo: jar-Dateien lassen sich nach OpenJDK-Update nicht mehr starten

Bei einer Ubuntu Linux-Version, die speziell für den langfristigen produktiven Einsatz bestimmt ist – einer sogenannten LTS-Version (Long Term Support) könnte man davon ausgehen, dass der Distributor Canonical die Aktualisierungen der Software-Pakete vor der Veröffentlichung sorgfältig überprüft.

In den meisten Fällen mag dies ja zutreffen, doch diese Woche wurde ich diesbezüglich eines Besseren belehrt.

Am Mittwoch wurden von der Aktualisierungsverwaltung in Ubuntu 14.04 LTS nämlich die folgenden zwei Sicherheitsupdates zur Aktualisierung vorgeschlagen:

  • openjdk-7-jre (7u75-2.5.4-1~trusty1, 7u79-2.5.5-0ubuntu0.14.04.2)
  • openjdk-7-jre-headless (7u75-2.5.4-1~trusty1, 7u79-2.5.5-0ubuntu0.14.04.2)

Ohne mir gross Gedanken über die Auswirkungen dieser „Fehlerkorrekturen“ für die freie Java-Implementierung OpenJDK zu machen, habe ich der Installation dieser beiden Updates zugestimmt; ein fataler Fehler, denn die böse Überraschung liess nicht lange auf sich warten.

Auf einmal liessen sich nämlich ausführbare Java-Dateien mit der Endung „.jar“ weder per Doppelklick noch per Rechtsklick über den Eintrag „Öffnen mit“ mehr starten. Stattdessen war das Archivverwaltungsprogramm File-Roller als Standardprogramm für jar-Dateien festgelegt, mit welchem sich jar-Dateien zwar öffnen aber Java-Programme natürlich nicht ausführen lassen.

jar Screenshot 1

Des Weiteren war der Eintrag „OpenJDK Java 7 Runtime“ aus den erweiterten „Öffnen mit“-Einträgen verschwunden.

jar Screenshot 2

Eine Neuinstallation von OpenJDK brachte leider nicht das gewünschte Resultat. Um sicherzustellen, dass die OpenJDK Java-Laufzeitumgebung ordungsgemäss installiert ist, habe ich also zunächst über das Terminal versucht, eine beliebige jar-Datei mit OpenJDK zu starten, was auch gelang:

java -jar Beispiel.jar

Demzufolge konnte davon ausgegangen werden, dass OpenJDK an sich einwandfrei funktionierte. Eine dauerhaft zufriedenstellende Lösung war das Ausführen der jar-Datei über die Kommandozeile für mich jedoch nicht.

Um jar-Dateien wieder automatisch per Doppelklick über die Java-Laufzeitumgebung auszuführen, galt es nun, den jar-Dateityp in Ubuntu wieder mit OpenJDK zu „verknüpfen“.

Im Forum von askubuntu.com bin ich auf einen interessanten Lösungsvorschlag aufmerksam geworden, welchen ich euch hier nicht vorenthalten möchte.

Man öffne mit Root-Rechten den Texteditor seiner Wahl (in meinem Fall beispielsweise den Texteditor „gedit“ der Gnome Desktop-Umgebung). Nachtrag, 25. April 2015: Besten Dank an den Leser canislupus, welcher mich darauf hingewiesen hat, dass dazu keine Root-Rechte notwendig sind.

Nun tragen wir in den Texteditor folgendes ein:

[Desktop Entry]
Name=OpenJDK Java 7 Runtime
Name[de]=OpenJDK Java 7 Laufzeitumgebung
Comment=OpenJDK Java 7 Runtime
Comment[de]=OpenJDK Java 7 Laufzeitumgebung
Exec=cautious-launcher %f /usr/bin/java -jar
Terminal=false
Type=Application
Icon=openjdk-7
MimeType=application/x-java-archive;application/java-archive;application/x-jar;
NoDisplay=false

Nun speichern wir die Datei im Verzeichnis ~/.local/share/applications unter dem Dateinamen openjdk-7-java.desktop ab und schliessen den Texteditor.

Das Auführen von jar-Dateien sollte danach wieder funktionieren, auch ohne Terminal.

jar Screenshot 3

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Musiktipp der Woche 52/2014

BY-SA

  • Titel: I’ll just stick to being me
  • Interpret: Danie Nel
  • Album: Painting with Light
  • Genre: Folk / Pop / Rock
  • Sprache: Englisch
  • Erschienen: 23. Dezember 2009
  • Dauer: 3:47 min
  • MP3 Qualität: 128 kbps | Grösse: 4,7 MB via Jamendo
  • Ogg Vorbis Qualität: 112 kbps | Grösse: 3,1 MB via Jamendo
  • FLAC verlustfrei | Grösse: 24,1 MB via Bandcamp
  • Hörerbewertung: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne (2 votes, average: 5,00 out of 6)
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Der Südafrikaner Danie Nel verfügt über ein ausgeprägtes Musikgehör: Er singt, spielt Gitarre, Bass, Piano und Mundharmonika.

Der diesjährige „Weihnachtsmusiktipp“ ist zwar schon fünf Jahre alt, dennoch finde ich, dass er sich recht gut hören lässt.

An dieser Stelle möchte ich mich bei euch für eure Blog-Besuche im Jahr 2014 bedanken und wünsche allen frohe Weihnachten sowie einen guten Rutsch in das Jahr 2015!

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