Luzerner Schulen setzen auf OpenOffice.org

Luzern, Schweiz | Die Print-Ausgabe der Luzerner Zeitung hat diese Woche berichtet, dass die Schulen der Stadt Luzern dank dem Einsatz der freien Büro-Suite OpenOffice.org pro Jahr 100’000 Franken (rund 78’000 €) einsparen.

OpenOffice.org Logo
OpenOffice ist mehr als nur ein Word- und Excel-Ersatz.

„Nachdem wir uns ursprünglich aus finanziellen Gründen für OpenOffice entschieden haben, stellten wir schnell fest, dass es vieles kann, was Microsoft Office auch anbietet. OpenOffice ist nicht nur kostenlos, das Produkt ist absolut zuverlässig“, so Thomas Steimen,  IT-Leiter der Stadtschulen Luzern.

Falls die Schüler daheim mit MS Office und in der Schule mit OpenOffice arbeiten, könnte es beim Dateiaustausch passieren, dass Formatierungen verloren gehen.

Deshalb hat die Stadt den Schülern der Volksschule USB-Sticks mit vorinstalliertem OpenOffice verteilt und appelliert nun an alle Eltern, die MS Office-Alternative auch zu Hause einzusetzen.

In der kleinen Luzerner Gemeinde Eschenbach wollte man den Informatikunterricht in der Schule ebenfalls weniger produkt- und mehr anwendungsbezogen gestalten.

„Jetzt können alle Schüler dasselbe System verwenden, ohne dass es sie etwas kostet.“, sagt René Brun, Schulleiter von Eschenbach. Da OpenOffice freie Software ist, können die Schüler es kostenlos und legal auf jedem beliebigen Computer installieren, auch auf ihrem eigenen.

Auch wenn die 600 Kinder am Arbeitsplatz eines Tages mit Microsoft-Produkten arbeiten müssen, wird das für sie kein Problem sein.

René Brun dazu: „Die Benutzeroberfläche und die Programmsymbole sehen in OpenOffice fast genau gleich aus, wie wir es von anderen Officepaketen kennen. Deshalb haben sich die Schüler mit der neuen Software sofort zurecht gefunden“.

Gemäss Brun spart die Schule Eschenbach dank OpenOffice jährlich 10’000 Franken (~7’800 €) , was für eine kleine Gemeinde mit rund 3000 Einwohnern ganz beachtlich ist.

OpenOffice.org Switzerland äussert sich zum Zeitungsartikel

Daniel Stoni, Präsident des Vereins OpenOffice.org Switzerland, hat bereits zum Zeitungsartikel des Redakteurs Martin Messmer geäussert.

Er bedankt sich bei Messmer für den informativen und ausführlichen Bericht über OpenOffice.

Schade findet Stoni jedoch, dass am Tag zuvor mit LibreOffice sozusagen der freie Nachfolger von OpenOffice.org erschienen ist und dies im Artikel nicht erwähnt wird.

LibreOffice Logo
LibreOffice ist der „inoffizielle Nachfolger“ von OpenOffice.

Desweiteren beschreibt er den Ausdruck „Gratissoftware“ als heikel, da viele proprietäre Programme, welche im Internet gratis angeboten werden auch Einschränkungen mit sich bringen. Er hätte den Begriff „Freie Software“ für angemessener gehalten, da diese dem Benutzer und nicht zuletzt auch den Entwicklern alle Freiheiten gibt.

Links:
de.openoffice.org
de.libreoffice.org

Wichtiger Hinweis: OpenOffice.org bzw. dessen „Nachfolger“ LibreOffice können kostenlos und legal für die Betriebssysteme Linux, Mac OS X und Windows heruntergeladen werden. Bitte laden Sie das Programm ausschliesslich von der offiziellen Projekt-Homepage herunter (de.openoffice.org bzw. de.libreoffice.org).

Grund: Im Internet gibt es betrügerische Abo-Abzockerportale, welche Ihnen die Software zwar kostenlos anbieten, jedoch im Kleingedruckten einen kostenpflichtigen Download-Abovertrag abschliessen. Deswegen ist es wichtig, Software immer von der Original-Seite herunterzuladen, dann kann so etwas nicht passieren.

6 thoughts on “Luzerner Schulen setzen auf OpenOffice.org

  1. Nicht nur das die freien Alternativen nichts kosten, man verleitet Kinder (ggf. auch Eltern) auch nicht dazu Raubkopierte Software herunterzuladen und einzusetzen… und die Software auf einem USB-Stick zu verteilen halte ich auch für eine gute Idee, ggf. könnte man gleich ein Ubuntu-USB-Stick + LibreOffice verteilen! 🙂

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    1. Das halte ich für gewagt, 08/15-Usern ein strukturell anderes Betriebssystem zu verteilen. Man kann froh sein dass Ooffice verteilt wurde, ein kompletter Umstieg von – ich mutmaße mal – Windows zu Linux wäre zu viel verlangt.

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    1. Gregor, eventuell wussten „die Pfeiffen“ nicht, dass es bereits Libreoffice gibt. Du darfst nicht davon ausgehen, dass _alle_ auf dem Gebiet so belesen sind wie du, Marco oder ich 🙂

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