Versicherungsunternehmen LVM migriert auf Ubuntu GNU/Linux

Wie das IT-News-Portal Techbase berichtet, migriert die deutsche Versicherungsgruppe LVM 10’000 Computer von Windows auf Ubuntu Linux. Um eine reibungslose Migration auf das freie Betriebssystem sicherzustellen, hat LVM einen Deal mit dem Linux-Distributor Canonical vereinbart.

Ubuntu GNU/Linux Logo (copyright by Canonical)
Canonical beweist mit seiner Distribution "Ubuntu" einmal mehr, dass sich GNU/Linux auch für's "daily business" eignet.

Im LVM-Hauptquartier in Münster werden rund 3’000 Laptops umgerüstet; in den landesweiten Zweigstellen des Versicherungsunternehmens sind es weitere 7’000 Rechner, welche auf Ubuntu Linux umgestellt werden.

„Dass LVM auf Linux umsteigt, ist keine Überraschung, da das Unternehmen bereits früher Erfahrungen mit Ubuntu sammeln konnte. Die IT-Grundstruktur eines Unternehmens gleich komplett zu ändern, ist eine ausergewöhnlich moderne Sache. Die ganzen Abläufe der Versicherungsgruppe stellen hohe technische Anforderungen an das zukünftige Betriebssystem“, so John E. Dunn von Techbase.

Canonicals stellvertretender Entwicklungschef für Geschäftskunden, Steve George, hat sich ebenfalls zur künftigen Zusammenarbeit mit dem Versicherungskonzern geäussert: „Viele Firmen sind aufgewacht und haben bemerkt, dass es eine Alternative zu endlosen Software-Lizenzkosten gibt, welche nicht selten Millionen von Dollar betragen. Wir sind überzeugt, dass sich die Investition in Ubuntu für LVM um ein Vielfaches auszahlen wird“.

Ich bin mal gespannt, wie die Migration verlaufen wird. Wird es ein voller Erfolg wie im Münchner Limux-Projekt? Oder geht der Schuss nach hinten los wie im Schweizer Kanton Solothurn, wo man sich plötzlich entschieden hat, wieder zu proprietärer Software zurück zu wechseln – zu Lasten des Steuerzahlers.

Links:
Canonical
Ubuntu Linux
LVM Versicherung
Eintrag von John E. Dunn (Techbase)

8 thoughts on “Versicherungsunternehmen LVM migriert auf Ubuntu GNU/Linux

  1. also ich bin ja nach wie vor skeptisch was lizenzkosten angeht, denn ich glaube die proprietären anbieter bieten da deutlich bessere modelle als auf dem consumer-markt. abgesehen davon wird man die posten der wartung und schulung ohnehin nicht los. dennoch begrüß ich die entscheidung weil ich glaube, dass das linux nochmal vortrieb gibt und unterm strich ubuntu für so eine umgebung weit besser geeignet ist, als im homeoffice/multimedia-bereich. letzteres ist ein bunter zoo bei dem man nie weiß was man entwickeln muss, aber 10k büchsen die mitm ISO aufgesetzt werden sind berechenbar. und hey … office ist nun weiß gott ein aw-fall, der unter linux nicht mehr problematisch ist.

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  2. Für Banken und Versicherungen ist es wohl einfacher zu wechseln, da die hauseigenen Anwendungen sehr oft in Java geschrieben sind. Mit Software in .Net z.B. würden die daran nicht einmal im Traum daran denken.

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  3. Freut mich, auch wenn ich zuerst bei lvm an Logical Volume Manager gedacht hab 😀 .

    Das Problem ist, dass die normalen User halt ihr „schönes“ Windows gewohnt sind, selbst wenns nur ein wenig anders Aussieht fangen die User an zu meckern und wollen wieder ihr altes System zurück.

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    1. Da könnte ggf. eine Weiterentwicklung von Wine helfen, denn viele Benutzer wollen ihr altes System nur deshalb, weil darauf ihre liebgewonnen Anwendungen laufen, welche es unter Linux oft nicht gibt.

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  4. Hm, also mein Kundenberater bei der LVM hat schon seit mindestens 4 Jahren RadHat im Einsatz. Steigen die dann von RedHat auf Ubuntu um? Ich bin mal gespannt, was daraus wird.

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  5. Was die Migration hierbei begünstigt ist die Tatsache, dass viele Programme bereits als Web-Anwendung verfügbar sind. Somit braucht man ein OS im Idealfall nur als das, was einen Browser ausführt und es ist dann egal welcher Browser verwendet wird.

    Trotzdem ist das ein großer Schritt, der aber im Erfolgsfall sicher einige Vorteile mit sich bringt. Neben weniger Lizenzkosten hat man nach der Migration eine einheitliche Basis geschaffen, so dass man bei Updates nicht auf zu viele Systeme Rücksicht nehmen muss. (Wenn ich von einem aktuellen FF3.6 als Browser ausgehen kann, dann kann ich meine Webanwendungen deutlich anders entwickeln, als wenn ich immer noch für den IE6 anpassen muss.)

    Ich bin gespannt, wie die Migration von Statten geht. Die LiMux-Leute haben irgendwann (2006) mal eine Anpassung des Zeitplans vornehmen müssen, weil sie den Aufwand unterschützt haben.

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  6. Finde ich super! Mehr Konzerne sollten endlich entdecken, dass Linux genau so gut ist, und genau so einfach, nur auch sicherer. 😉
    Wenn ich an meine alte Arbeit denke, wo einer der EDV Vorschlug, auf den Clients Linux zu nutzen, und was dass für einen Aufschrei gab.
    Ist jetzt allerdings auch schon 8 Jahre her. Wobei ich mir sicher bin, die nutzen heute noch Windows. 😐

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