Der Friedhof in Schötz – nicht immer ein Ort der Würde

„Schötz …zum Bleiben schön“, mit diesen Worten schmückt sich die kleine Luzerner Gemeinde eingangs des Ortes an einem an der Hauptstrasse angebrachten Schild.

Ob dieser „Slogan“ auch wirklich zutrifft, darüber können die Meinungen auseinander gehen.

Vor einiger Zeit ist mein Vater verstorben. Zuletzt hat er nicht mehr in Schötz gewohnt, jedoch war er ein gebürtiger Schötzer.

Darüber hinaus hat er den grössten Teil seines Lebens in Schötz verbracht, hatte dort Verwandte und Bekannte.

Nach seinem Tod war es deshalb mein Wunsch, meinen Vater in dieser Gemeinde bestatten zu lassen, weil diese Ortschaft ihm zu Lebzeiten vertraut war. Seitdem besuche ich des Öfteren sein Grab, um ihm zu gedenken.

Der Friedhof – ein Ort der Ruhe und der Würde; könnte man meinen. Aber so ist es leider nicht immer.

Das ist der Grund, weshalb ich diesen Beitrag schreibe. Ich möchte euch über die gelegentlichen Missstände neben und auf dem Friedhof Schötz berichten, die man nicht der Bequemlichkeit wegen in die Kategorie „bedauerliche Einzelfälle“ einreihen sollte.

Es ist Freitagabend; Wochenende. Einfältige Jugendliche befahren mit präparierten Mofas den Gehweg neben dem Friedhof. Das Fahrverbotsschild scheint seinen Zweck nur dekorativ zu erfüllen.

Lautstarke Hip-Hop-Musik ertönt gleich neben der Abdankungshalle, wo zeitgleich Angehörige der zuletzt Verstorbenen Abschied von ihren Lieben nehmen möchten.

Die Umgebung des Schötzer Friedhofs wird einmal mehr unfreiwillig zum „Party-Gelände“ für Verhaltensauffällige. Gelächter, Geschrei und der Lärm von Mofa-Motoren stören die sonst so friedliche Atmosphäre der letzten Ruhestätte.

Viele Friedhofbesucher mögen darüber empört sein, doch nur wenige getrauen sich etwas zu sagen, denn in Anwesenheit einer ausgelassenen Clique mangelt es so manchem Störenfried an Einsicht und gesundem Menschenverstand. Des Weiteren ergibt eine Diskussion auf sachlicher Ebene mit einer renitenten Gruppe angehender Chaoten langfristig keinen Sinn.

Dagegen Beschwerde einzureichen ist meines Erachtens genauso sinnlos, weil diese Missordnung den Zuständigen der Friedhofverwaltung sicherlich bereits bekannt sein dürfte, aber anscheinend geduldet oder zumindest billigend in Kauf genommen wird.

Im Artikel 16 des Friedhofreglements ist jedoch festgehalten, dass „die Friedhofanlagen (…) ein pietätvolles Betreten verdienen. Ausserdem dürfen Kinder die Abdankungshalle und den Friedhof ohne speziellen Auftrag nicht betreten oder dann nur in Begleitung von Erwachsenen. Das Befahren des Friedhofes mit Velos und Motorfahrzeugen ist untersagt.

Die meisten Jugendlichen kennen Regeln und halten sich auch daran. Es bleibt zu hoffen, dass die geistig erschöpfte Minderheit unter ihnen sich ihres Fehlverhaltens bewusst wird, sobald die eigenen Angehörigen verstorben und eingeäschert sind.

Da drängt sich die Frage auf, inwiefern dieses ethische Versagen auf die pädagogischen Kompetenzen derer „Eltern“ zurückzuführen ist?

Ich persönlich finde es beschämend, dass immer mehr beidseitig berufstätige Eltern sich schon frühzeitig ihrer Verantwortung gegenüber ihren Sprösslingen entziehen.

So ist es heutzutage leider üblich, die Obhut von Kleinkindern institutionell „auszulagern“, wo es dann offensichtlich nicht immer gelingt, dem Nachwuchs von Anfang an Werte wie Anstand und Moral beizubringen.

Zudem ist es meines Erachtens bedenklich, dass etliche Erziehungsverantwortliche, welche vor lauter Karrieregeilheit der Kinderbetreuung keine Priorität mehr zuordnen, dafür in der Schweiz – in Form von steuerlichen Abzügen – auch noch begünstigt werden.

Es überrascht nicht, dass die Gesellschaft früher oder später die Folgen dieser Eigennützigkeit zu spüren bekommt. Kein Wunder, wenn beide Elternteile ihren gehobenen „Lebensstandard“ gegenüber einer moralischen Disziplinierung ihrer Kinder vorziehen.

So müssen am Beispiel der Kirchgemeinde Schötz wohl auch diejenigen – welche zuhause noch eine Erziehung geniessen durften/dürfen – damit leben, dass es Orte gibt, die für respektlose Ruhestörer zum Bleiben schön sind.

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